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| Weiße
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| Hans-Dieter Schütt: Annäherungen
an Volker Braun
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Hans-Dieter
Schütt
Werks Gelände
Annäherungen an Volker Braun
Mit einer Radierung
von Michael Morgner
Die weiße Reihe, Band 27,
quartus-Verlag Bucha bei Jena 2026
174 Seiten, Klappenbroschur
EUR 16,00
ISBN 978-3-947646-69-2
Zu bestellen beim Herausgeber
der Weißen Reihe..
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Volker Braun gehört zu
den wichtigstens Autoren aus dem Osten Deutschlands. Hans-Dieter
Schütt nähert sich ihm nicht als Biograf oder Kommentator.
Seine Essays sind ganz und gar eigenständige Reflexionen
über das Leben im Hier und Jetzt in Auseinandersetzung
mit dem Werk des anderen:
"Ich grase ich kein Archiv ab, vorgefasst ordentlich,
ich will die Strecke des dichterischen Werkes nicht ablaufen
wie der Beauftragte eines Betriebs, der auf die Produktion
von Neueinschätzungen spezialisiert ist. keine novitätengierige
biografische Recherche. Keine Lockversuche mit, wie es oft
heischend heißt, „bisher unveröffentlichtem
Material“. kein wiederholtes Hineinpressen der Poesie
in zeitgeschichtliche Analysen, kein Takt streng nach Fußnoten.
keine thematische Vollständigkeit. Jedem gehört
ein Dichter anders. Keine Biografie! Am besten wäre:
nur immer zitieren und sinnen! Vor jeder Wertung kommt, sich
zu wundern. Das Werk liegt vor, das Werk legt vor.
Gedichte, Dramen, Erzählungen, Aufsätze. Aus allen
Büchern greife ich heraus, was mich derzeit berührt.
Bruchteile. Freeclimbing am steilen Zusammenhang."
Hans-Dieter Schütt
Der Autor wurde 1948 in Ohrdruf geboren.
1984-89 war er Chefredakteur der Tageszeitung „Junge
Welt“, bis 2012 Theaterkritiker und Leiter des Feuilletons
in der Tageszeitung „Neues Deutschland“, Verfasser
zahlreicher Gesprächsbände und Biografien, er lebt
als Publizist, Journalist und Herausgeber in Berlin.
Jüngste Bücher:
Gero Troike. In unmittelbarer Nähe. 2025
B. K. Tragelehn. Im Sturz. Sag ja. Geh weiter. 2023 (beide
Theater der Zeit Berlin)
aufBruch. Porträt eines Gefängnistheaters. Alexander
Verlag Berlin 2022
Stephan Hermlin. Entlang eines Dichters. Quintus-Verlag Berlin
2022
In der Edition Ornament erschienen bereits:
Liebeserklärung an
Komödianten. Schauspielerporträts. 2023
Draußen daheim. Wahrnehmungen.
2015
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Die Presse urteilt:
Braun lesen, alles – von Anfang an
... Eigentlich eine Mammutaufgabe. Eine, die zur Auseinandersetzung
zwingt. Denn Braun war von Anfang an kein gefälliger
Dichter. Und schon gar kein gläubiger. (...)
Braun demonstriert in seiner Dichtung immer den großen
Zweifel an allen Doktrinen und Systemen, formuliert Verse
wie Fallstricke, hinter denen die eigentliche große
Frage immer mitschwang: Und was richtet Ihr mit den Menschen
an? Wo bleibt das menschliche Maß? (...)
Eine späte Begegnung für Hans-Dieter Schütt,
der mit Verzögerung zu diesem Denken in Widersprüchen
fand. Von 1984 bis 1989 war er Chefredakteur der Tageszeitung
„Junge Welt“, dem Sprachorgan der FDJ. Eher unkritisch
und gläubig dem Staat gegenüber ...
Da fragt einer – ein Dichterleben lang – nach
der menschlichen Zwiespältigkeit, der Uneindeutigkeit
allen menschlichen Handelns und Strebens. Denn eins ist diesem
Braun, der seinen Marx genauso gelesen hat wie seinen Trotzki
– schon früh klar: Dass Geschichte kein Ziel hat.
Kein noch so hehres. Geschichte ist blind. Und am Ende kennt
sie keine Sieger, auch wenn die Sieger das ein Weilchen lang
glauben. Hinter den Siegen versinkt – oft genug und
viel zu oft – das Ringen um ein menschliches Da-Sein.
Das wirkliche Maß, das wir erreichen können, wenn
wir uns bemühen.
Ralf Julke, in: Leipziger Zeitung.
Schütt macht ernst mit des jungen Georg Lukács’
Absicht, mit dem Essay etwas Vorläufiges auf eine nicht
systematische Weise sagen zu wollen, die dennoch – das
Paradox gehört zum Essay, diesem Wortfeld moderner Mystiker
- wesentlich wird. Ein Lob der Grenzverletzung, der systematisch
reproduzierten Anarchie! Genrezuordnungen verlieren spätestens
hier ihren Sinn.
Gunnar Decker, in: Neues Deutschland
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